Elefantenhautnah

“Ich wollt’ ich waer ein Elefant, ich wuerde jubeln laut – mir waers ja nicht ums Elfenbein, nur um die dicke Haut!”

Maechtig! Elefantastisch! Gezaehlte 44 Elefanten beim heutigen Tempelfest in Pooram! Hautnah! Elefantenhautnah!

Was mir heute passiert ist, wird sich wohl so schnell nicht mehr wiederholen. Wer kann schon von sich behaupten, von einem in max. 2 Meter Entfernung vorbeigehenden mind. 4 Meter hohen Elefanten mit Elefantenkacksi (pro Portion sicher 15 Kilo schwer) angespritzt worden zu sein? Noch dazu auf die neue Churidar-Hose… (Babus Kommentar zu meinem local style: “Wow, you look great!”).

Wirklich ein unglaubliches Ungetuem, so ein Elefant, und umso beeindruckender je naeher er dir kommt. Oder besser, je naeher SIE dir kommen! 44 solche Monster warens beim heutigen Festival, umgeben von Tausenden von Indern – und in diesem aufgeheizten Staub-Schweisz-Toddy-Kessel wir mittendrin!

Meine Ayurveda-Therapeutinnen waren zwar nicht besonders von unserer Idee angetan, uns auf eigene Faust, quasi ohne ortskundiger Begleitung, durch die Menge zu schlagen, haben uns aber dann, nicht ohne uns auf die Gefahren eines solchen Ausfluges aufmerksam zu machen, doch ziehen lassen. Nicht ungefaehrlich so ein Vorhaben; Frank hat uns erzaehlt, dass 2009 bei dem Spektakel sogar ein Elefantenfuehrer, ein so genannter Mahout, von seinem Elefanten getoetet worden ist, nachdem dieser aufgrund der tobenden Menge voellig ausgerastet war. Und wenn so ein Koloss mal loslegt, also aus seinen Ketten ausbricht (arm sind sie eigentlich!), dann ist Feuer am Dach! Wenn in einer solchen Menschenansammlung mal eine Massenpanik ausbricht, dann kommt naemlich keiner mehr raus. Davon konnte ich mich heute ueberzeugen und kann definitiv nicht abstreiten, es kurzfristig auch mit der Angst zu tun bekommen zu haben. Umso froher war ich – trotz toller Einblicke und Aufnahmen – wieder ins Resort zu kommen, nicht zuletzt, weil ich meine Hose endlich ausziehen und durchatmen konnte, nachdem ich zumindest einen Teil des eingeatmeten Staubes wieder aus meiner Nase geschnaeuzt hatte. Die naechsten zwei/zweieinhalb Wochen habe ich mir tatsaechlich Ruhe verordnet, schlieszlich liegt auf ihr ja der Fokus meiner Reise.

An Indien wuerde ich mich wohl nie ganz gewoehnen, denn jeder Tag bietet neue Erfahrungen und Einblicke in eine mir bis dato gaenzlich fremde Kultur. Selbst im Ayurveda-Resort aendert sich tagtaeglich was. Ob das nun die An- und Abreise neuer und alter Gaeste betrifft, die gereichten Gerichte (oder soll ich Gedichte sagen?) oder auch meinen persoenlichen Kur-Fortschritt hier, es ist immer etwas anders. Morgen freue ich mich zum Beispiel schon auf ein neues Treatment: Nicht mehr mit Kraeuterstempeln wird der Koerper aufgehitzt und entgiftet, sondern ab nun mit Blaetterbeuteln. Diese werden ebenfalls in Oel erhitzt (knister, knister, brutzel, brutzel), sind aber aufgrund ihrer Spritzigkeit ungleich erfrischender als die Anwendung, die ich nun eine Woche lang zur Vorbereitung genieszen durfte. Ich naehere mich also dem Hauptteil…

Mit diesem Wissen lasse ich mich heute zufrieden und in voller Vorfreude auf morgen ins Bett fallen, dankbar und gluecklich, dass es Maurice und Frank (Scherz!) doch nicht gelungen ist, mich trotz des Aussteuer-Lockangebotes eines Tata Nanos an die naechstbeste Familie (5 Soehne, 5 Soehne!) zu verheiraten.

One thought on “Elefantenhautnah

  1. ju, du klingst fein, nach fortschritt und neuen sichtweisen. wie hast dus gut, würde sofort meine frost-zecherl gegen einen sonnenstich tauschen. nur, um wieder zu wissen, wie sich das anfühlt: wärme. halt durch, der nächste schinken kommt bestimmt, sagt dir deine alte vegetarierin, und: komm unverheiratet und fröhlich wieder, hier im kalten norden jedenfalls wirst du heiß vermißt. du und deine wunderschönen fotos.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.