¨Too early for cocktails¨

Bin gut gelandet. Auch gut bei Beny angekommen.Der Flug war katastrophal. Nachdem Condor irgendwelche Troubles mit der eigentlichen Maschine hatte, wurden alle Fluggaeste auf einen Flieger umgebucht, in den ich nicht mal steigen wuerde, wenn ich von Wien nach Villach fliegen will. Aber Wien – Varadero in einer Maschine, die einfach nicht auf Langstrecke ausgerichtet ist, war dann schon ein ziemlicher Stress.

Neben mir, ohnehin schon alles beengt, findet ein aelterer Kubakenner aus Kaernten Platz, der alle Umsitzenden mit all seinem Wissen ueber die Insel versorgt, das er bei seinen jaehrlichen Reisen hierher in den vergangenen 20 Jahren gesammelt hat. Dazwischen wird gelaestert was das Zeug haelt. Irgendwann entschwinde ich in die erste Reihe, die auch keine Beinfreiheit hat, und freue mich zumindest dort einen Bildschirm vor mir zu haben, der mich mit “The Artist” und “Internship” zumindest fuer ein paar Stunden aus diesem Chaos entlaesst.

Voellig fertig komme ich irgendwann um 0230 Uhr MEZ (Ortszeit 2030 Uhr) Frueh in meiner Casa an und falle erstmal in einen Tiefschlaf. Die Party im Nebenhaus ist mir eigentlich ziemlich wurscht, obwohl lautstaerkemaeszig einiges geboten wird.

Aufgestanden bin ich um 0530 Uhr Ortszeit. Alles schlaeft. Nur ich nicht. Mache mich also in stockdunkler Nacht auf, meine Strasze (Calle 13) zu erkunden, weil ich irgendwie aus dem zeitlichen Konzept bin. An der Ecke zur Av 1ra finde ich eine Snack Bar, die mir mein morgendliches Beduerfnis nach Koffeein stillen kann. Zwei Cafes con leche spaeter sitze ich mit Jani, einem jungen Finnen, zusammen und bespreche das ¨Beziehungsthema¨. Er entpuppt sich als Nachtschwaermer, der seinen Kumpel am Weg vom ortseigenen ¨Havanna Club¨irgendwo verloren hat und mir aus diesem alkoholisierten Grund wiederholt ein und dieselbe Frage stellt – naemlich woher aus Russland ich genau kommen wuerde. Wiederholt erklaere ich ihm, dass ich mit Russland nix am Hut habe. Ob er das nach dem fuenften Mal tatsaechlich geschnallt hat, wage ich zu bezweifeln. Warum er mich immer wieder (obwohl ich ihn immer wieder korrigiere) mit Russland in Verbindung bringt, frage ich ihn mindestens ebenso oft. Russland habe die huebschesten Frauen weltweit.
Das ist mal ein Morgen, wie ich ihn mir vorstelle. Good morning Cuba, good morning Russia, good morning Finnland, good morning Austria!

Weil ich endlich gern ein Fruehstueck haette, trennen sich unsere Wege. Auf der bereits erwaehnten Av primera, von der alle Calles auf der Halbinsel, auf der Varadero liegt, abzweigen, steht an jeder Ecke ein kleiner Cocktailstand, der seine Drinks bereits fruehmorgens feilbietet. ¨Too early for coktails¨antworte ich dem Verkaeufer. Verwundert dreht er sich ab. Vielleicht haelt er mich auch fuer eine Russin.

So, alle Klischees abgearbeitet. Varadero zeigt sich als Touristenort. Unmengen an Modeschmuck, Shirts, Taschen, Huete. Kappen – alles mit Che oder Fidel Conterfeis versehen.Tolle Autos. Cadillacs, Ladas, Chevrolets in den blitzenden Farben. Wow!

Ps.: Whatsapp funkt nicht, weil kein WLAN.

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