Chamundi Hill

Ganz angekommen bin ich noch nicht. Die Anreise hat mir ziemlich zu schaffen gemacht. Und so schlafe ich recht viel. Der Flug mit der AUA nach Delhi war zwar angenehm, aber die Wartezeit am Indira Gandhi International Airport hätte dann doch kürzer ausfallen können. Zumindest konnte ich mich dort noch mit Lesestoff ausstatten. Mit im Gepäck sind nun “Half Girlfriend” von Chetan Bhagat – was mich dabei erwartet, weiß ich nicht, aber allein die Platzierung in der unmittelbaren Nähe von Aravind Adigas “White Tiger” und der expliziten Nennung als einer der erfolgreichsten, zeitgenössischen indischen Jungautoren hat mich hingreifen lassen. Außerdem ein paar Frauenmagazine in indischem Hochglanz.

Zeit zum Lesen habe ich ja nun genug. Mit dem heutigen Tag habe ich nun auch den ersten Treatment-Tag hinter mir: Morgen-Yoga um 7 Uhr (auwehauweh…), Ölmassage gleich im Anschluss, dann Frühstück. Nach der Mahlzeit entschließe ich mich kurzerhand, den Chamundi Hill Richtung Dorf, das am Fuße des Hügels liegt, abzusteigen. Tja. Dort auch anzukommen wäre schön gewesen. Mit jedem Meter, den es bergab geht, wird mir angstvoll bewusst, dass ich die Distanz auch wieder retour gehen muss. Bergauf. Bei einer Affenhitze und einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit. Bei der Hälfte des Weges entschließe ich mich zur Umkehr. Es ist ca. 11 Uhr früh und ich habe – den beschwerlichen Rückweg vor Augen – Angst, nicht rechtzeitig zum Mittagessen (13 Uhr) zurück zu sein. Und das wäre tatsächlich fatal. Die Mahlzeiten sind toll, auf jeden Fall ausreichend und mit Raffinese zubereitet. Oder liegt es an der ayurvedischen Küche an sich, die jede Geschmacksrichtung – egal ob bitter, süß oder scharf – auf einen Teller bringt?

Wie auch immer, der Spaziergang war einen Versuch wert. Den Rest des Tages – mit Ausnahme von den Mahlzeiten und der zweiten Massage-Einheit – verbringe ich schlafend, oder zumindest dösend. Resümee: Ganz (unten am Chamundi Hill) angekommen bin ich zwar noch nicht, aber ich baue sehr darauf, dass ich mich in den nächsten Tagen und Wochen soweit anpassen kann, dass ich nicht mehr schweißgebadet durch die Gegend trabe.

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