Tsitsikamma’s thrills of joy

(Nachtrag; 16./17. April 2017) – Next destination: STORMSRIVER! Ein herrlich verschlafenes Städtchen, das vom Tourismus lebt. In der so genannten Tsitsikamma-Gegend setzt man auf Abenteuer pur: Black Water Tubing, Waterfall Ziplining (trotz wet suits beide Aktivitäten zu kalt für mich, obendrein trotz der Regenfälle in den vergangenen Tagen immer noch zu wenig Wasser in den Schluchten), Bungy Jumping, Horse Riding, Segway- und Canopy-Tours, auf denen man Tarzan und Jane gleich auf Seilen durch die Baumkronen rutschen/fliegen/segeln kann. Den weltweit höchsten Bungee-Sprung von der Bloukrans Bridge aus 216 Metern Höhe erspare ich mir. Dafür bin ich zu ängstlich. Kopfüber von einer Brücke zu hängen und zudem selbst von dieser zu springen, geht über meine Vorstellung von Spaß zu weit hinaus. Hell, no! Aber die „Canopy Tour“ überzeugt mich Schiss(oster)haserl dann dennoch. „Face adrenaline/your fears!“, lautet Tsitsikammas Devise! „Tsitsikamma“ bedeutet in der Sprache der Khoikhoi übrigens „wasserreicher Platz“.

Gemeinsam mit Kate, einer jungen Lehrerin aus Ohio, die in Port Elizabeth (P. E.) ihr achtwöchiges Unterrichtspraktikum absolviert und die ich bereits im „Knysna Island Vibe“ kennengelernt habe, wage ich es also, mich an Haken gesichert die Lines durch die Yellowwood-Wälder runterzulassen. Die höchste Plattform liegt 30 Meter über dem Boden, die längste Seilrutsche ist 91 Meter lang und – für mein Empfinden – rasend schnell. Wow! Ich bin stolz auf mich, obwohl meine Versuche, mich selbst zu bremsen, wiederholt scheitern und ich unabsichtlich in den Seilen hängen bleibe, von wo ich mich dann aus eigener Kraft heraus auf die nächste Plattform ziehen muss.

Unser kleines Canopy-Grüppchen besteht weiters aus einer fünfköpfigen Familie aus dem Western Cape. Die 9-jährigen Drillinge (!!!) haben sichtlich Spaß an dem Abenteuer und feuern und stacheln sich gegenseitig dementsprechende an und auf. „I believe I can fly“, singt jeder Einzelne von ihnen, sobald er von einer Plattform auf die nächste fliegt. 🙂 Ich muss lachen!

Stormsriver verfügt weiters über eine Micro Brewery, eine American Bar, die die Erfolge von Marylin Monroe und Elvis Presley huldigt, sowie etliche Handcraft-Shops, die wunderbare Mitbringsel fabrizieren.

Und hier sieht man mein persönliches Zipline-Video :-):

Den Sonntagabend verbringen wir im „Tsitsikamma B/P“, wo wir luxuriös und glamourös campen, also „glampen“, ein paar Runden mit Maud (The Netherlands) Pool spielen und überdies ein „lekker home-made meal“ (Huhn, Reis, Gemüse – wirklich ausgezeichnet) genießen. Unser Zelt Nr. 7 verfügt über ein wetterfestes Extradach, zwei Betten mit jeweils zwei dicken Decken, Elektrizität und einer kleinen Terrasse. Bald schon schlafen wir ausgelaugt von einem ereignisreichen Tag ein.

Der Ostermontag wird ebenfalls spannend, denn ich begleite Kate zu ihrem Bungy Jump. Der Blick auf die Brücke allein raubt mir schon den Atem. Was ich bis dato nicht wusste, ist, dass Österreich mit zwei Gummiseil-Locations höhenmäßig unter den internationalen Top 10 aufzufinden ist; die Europa-Brücke ins Innsbruck bietet Sprünge aus 192 Metern Höhe an, und vom Kärntner „Kölnbrein-Damm“ kann man sich aus immer noch abartigen 169 Metern in die Tiefe stürzen. Naja, im nächsten Leben vielleicht. Ich bin schon beim Zuschauen aufgeregt genug. Während wir beide auf ihren Sprung warten, schaue ich mich in den Outdoor-Souvenirläden um und kann mich natürlich nicht zurückhalten, auch etwas zu erstehen. Ich muss allerdings auf mein Gepäcksgewicht aufpassen, da ich mich mittlerweile für einen Inlandsrückflug von P.E. nach Cape Town entschieden habe. Weil ich soviele Orte sehen möchte, reicht meine (Osterferien-)Zeit einfach nicht aus, um mit dem Baz Bus wieder retour zu gondeln. Die Flugdauer von nur knapp eineinhalb Stunden überzeugt mich umso mehr. Aber zurück zur Bloukrans Bridge: Ich freue mich besonders, dass mir zufällig Brad, unser Namibia-Guide, dort über den Weg läuft, der gerade eine Tour-Gruppe zu deren Jumps begleitet. Ich bekomme sämtliche Kontake und alle nötigen Infos, die ich für meinen letzten Stopp meiner Reise in Chintsa gut brauchen kann. 🙂

Am Nachmittag des Ostermontags machen wir uns auf zum „Big Tree“, einem schätzungsweise plus/minus 1000 Jahre alten Yellowwood-Tree, für dessen Umarmung es mindestens acht Personen braucht. Unser Hike dahin durch das „Plaatbos Nature Reserve“ ist wunderbar erfrischend.

Abends geht’s weiter nach P.E., einem „compulsory overnight stop“, wo ich wirklich nur die Nacht verbringe, um tags drauf nach East London und von dort weiter nach Hogsback zu traveln. Von Kate muss ich mich leider wieder verabschieden.

Hogsback, ich bin gespannt auf dich!