From Kirstenbosch to Groot Constantia to Hout Bay

Der vergangene Sonntag (25/09/16) beginnt ebenfalls sehr zeitig. Was sich mir dabei bietet, ist ein kleiner Überblick darüber, was sich rund um den und vor allem hinter dem Table Mountain so abspielt – und das ist bei Gott nicht wenig. Die “Mini Peninsula Tour” führt die 50-köpfige EF-Gruppe zunächst mal entlang des Nelson Mandela Boulevards durch die City raus in die Vororte. Eigentlich mag ich solche Massenaufläufe nicht besonders, aber die Fahrt mit einem der roten Sightseeing-Busse, die über die gesamte Halbinsel kurven, war in diesem Falle kostenlos und hat obendrein einen perfekten ersten Eindruck der Stadt versprochen. Warum also nicht dabei sein? Gemeinsam mit 49 anderen Studentinnen und Studenten sowie zwei Vertretern des Lehrpersonals sitze ich also am oberen Deck der Touristenlinie und lasse mir den Fahrtwind um die Nase streichen. Streichen ist gut, die Böen watschen uns alle in bösester Manier ab und werden an diesem Sonntagnachmittag bereits ihre ersten Verkühlungsopfer verbuchen.
Die nächsten folgen dann in den Tagen darauf, wo die Temperaturen untertags mit 15 Grad – in Kombination mit diesem wahnsinnig bösartigen Wind – sich alles andere als anschmiegsam zeigen. In der kommenden Arbeitswoche wird in der Schule dann nur noch gehustet, geschnupft und geniest. Noch zähle ich nicht zu den Kranken – es folgt eine kurze unwesentliche Info -, aber was nicht ist, kann ja noch werden, schließlich habe ich morgen meine erste PowerPoint vor der Klasse zu halten. Ich muss eine kurze Filmkritik zu meinem Lieblingsfilm abgeben, fürs Auge mit ansprechendem Bildmaterial aufhübschen und den anderen somit als Empfehlung unterbreiten. Ob mir das gelingt, weiß ich nicht. Aber egal, zurück zur Red-Bus-Tour.

An unserer ersten Ausstiegsstelle landen wir vor dem botanischen Kirstenbosch-Garten, der unterhalb des Tafelbergmassivs angelegt worden ist und auf einer Fläche von 36 Hektar eine beträchtliche Anzahl an südafrikanischen Pflanzenarten (dennoch längst nicht alle) zur Schau stellt. Der relativ neue “Tree Canopy Walkway” (2014) bietet einen herrlichen Rundgang über den Baumpark, auf den Wipfeln sozusagen, und an der höchsten Stelle (11 Meter über dem Boden) sogar eine richtig tolle Aussicht auf die gesamte Anlage.

Weiter gings dann zu einer Weinverkostung zum “Groot Constantia”, dem ältesten Weingut Südafrikas. 50 Leute bei einer Weinprobe. Das stelle man sich mal vor. War aber halb so wild und wider Erwarten sogar recht lustig, zumal ich mich länger mit Ian, einem Lehrer aus der Kloof Street 89 und ehemaligen Germanistikstudenten, unterhalten habe. Die Weingegend ist jedenfalls sensationell und auch für keine Weinkenner absolut sehenswert: Landschaftlich einfach irr schöne Bilder! Da fahr’ ich nochmal hin! Die roten Doppeldeckerbusse haben dieses Ziel neben “Eagles’ Nest” und “Beau Constantia” ohnehin im Angebot, sollte man – was ja durchaus vorkommen kann – bei einer der Verkostungen mal hängen bleiben.

Die Weinprobe (3 Weiß, 2 Rot, oder doch umgekehrt?!) hat den Leuten den Rest gegeben. Am Upper Deck des roten Busses werden Sauflieder aller anwesenden Nationen angestimmt. Ich muss lachen, natürlich auch weil ich nicht nüchtern davon gekommen bin, aber in erster Linie deswegen, weil sich die Leute plötzlich richtig gut miteinander verständigen können: Allee, Allee, Allee, … – eine Straaaaße, viele Bäumeeee, ja, das ist eine Alleeeee. Oh Mann.

Nach einer richtig amüsanten Fahrt (immer noch kalt und windig…) landen wir schließlich ausgelaugt und auch ziemlich hungrig in der Hout Bay (“Holzbucht”). Auch das ein Ziel, das ich in den nächsten Monaten mehrmals ansteuern möchte. In einer urigen Imbissbude namens “Muriels Munchies” entscheide ich mich für eine Portion Fish & Chips oder Hake & Chips, wie man hier im Süden sagt. Kostenpunkt: 62 südafrikanische Rand (knapp 4 Euro). Alles da, was (mein) Herz momentan begehrt 🙂

 

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