Banting, Biltong, Banana Bread und Braai – Ein Body unter Zugzwang

Banting? Biltong? Braai? Cape Town scheint sehr proteinreich zu sein. Ich gebe zu, ich kannte keinen einzigen der hier aufgezählten Begriffe. Mit “Banting” komme ich erstmals in Berührung, als ich mich in einer Bakery nach glutenfreien Produkten erkundige. Nun, man kann ja mal fragen. Die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt. Aber siehe da: Was ich in Wien bis dato nicht kennen lernen durfte, ist in Cape Town bereits Realität. Ich bekomme fast überall, in jeder Bäckerei, in jedem Supermarkt, in jedem Restaurant frische (!), “glutenfre(i)e” Produkte angeboten. Die Verkäuferin reicht mir ein “Banting”-Brot über die Theke, versichert mir, dass es genau meinem Kriterium entspricht und wendet sich dem nächsten Kunden zu. Auch der ordert ein Banting-Bread. Hm. Was hat es damit bloß auf sich?

Nach und nach stelle ich fest, dass “Banting” offenbar das neue “Paläo” ist – eine Ernährungsform, die sehr fleischlastig und kohlenhydratarm ausgerichtet ist. In dieser Kur – führt man sie gewissenhaft und genau aus – wird selbst zum Frühstück ausschließlich Fleisch gegessen.

“Banting”-tauglich ist demnach auch “Biltong”, eine in Streifen geschnittene, gewürzte und luftgetrocknete Rind- oder Wildfleisch-Spezialität (Kudu, Strauß, Springbock o. ä.), die in Südafrika besonders beliebt ist und sich nicht nur auf jeder Speisekarte (z.B. als Salatzutat), sondern auch in kleinen Portiönchen abgepackten Päckchen kurz vor der Supermarktkasse finden lässt. Ein Low-Carb-Snack also. Die Quengelware spricht mich optisch zwar gar nicht an, aber irgendwas muss an dieser geschmacklichen Begeisterung ja dran sein. Also, Augen zu und einfach kosten. Seither bin ich “Biltong”-Fan.

Ein “Braai” – sag niemals “Barbecue” dazu! – ist eine für Südafrika typische Grillerei, die im Sommer jeden Abend irgendwo stattfindet. Gebraait wird nicht nur privat, sondern auch in den Gastgärten diverser Restaurants und Lokale. Auch im Schulhof fand unlängst ein Freitagabend-Braai statt. Die Kühlregale sind voll mit “Braai”-Ware wie Schnitzel, Rippchen, Steaks und Würsten. Langsam wird mir der Fleischkonsum aber auch zuviel. Auch wenn bei diesen Gelegenheiten auch Fisch und Gemüse auf den Grill geworfen werden, hab ich jetzt mal für eine Weile ausgebraait.

Ich brauch was Süßes 🙂 Mein erstes (wieder Banting-taugliches, glutenfreies und obendrein veganes) “Banana Bread” teste ich auf einer mit Mario veranstalteten Kaffeehaus-Tour. Dieses ist ausgehöhlt, mit Vanilleeis gefüllt, mit Bitterschokolade übergossen und mit würzigen Nüssen garniert. Ein lukullischer Hochgenuss. Echt!

Morgen stehe ich, nein laufe ich, wieder auf dem Laufband. Versprochen! Der Body muss das schließlich ja auch alles aushalten. Zwar freuen sich meine (noch nicht (wieder?) aufgebauten) Muskeln sehr über diese Eiweißschübe, aber zuviel ist manchmal eben einfach zuviel.

4 comments on “Banting, Biltong, Banana Bread und Braai – Ein Body unter Zugzwang

  1. Liebe Agnes,
    jetzt ist es ja wirklich an der Zeit, dass ich mich zu Deinen genialen Blogeinträgen melde. Ich verfolge mit Spannung Deine Adventure-Stories – war aber bis dato ein Faulsack um Dir meine Bewunderung (wow) zu übermitteln. Es freut mich endlich von Dir zu lesen, dass Du Dich bereits nach nicht allzu vielen Wochen eingelebt hast. Wobei es am Anfang ja für Dich schwierig war. Nichts desto trotz, kannste volle Kanne auf Dich stolz sein. Was Du schon alles in der kurzen Zeit erlebt hast “HAMMER”. Bei mir tut sich auch einiges – werde Dir die News per WhatsApp senden. Ich schicke Dir dann auch gleich die versprochenen Airport Pics von Wien mit. Deine Aufnahmen wie immer grenzgenial – du hast einfach ein gutes Auge. Weiter so, Agnes!!! Schicke Dir weiterin viel Kraft und Energie für Deine weiteren Vorhaben – Take care! Umarmung und Drücker aus Wien nach Kapstadt Bussi Diana

    1. Liebe Diana!
      Na, da bin ich aber mal gespannt auf deine News! Wir können auch mal whatsapp-telefonieren, hm? Wie siehts aus? Bu Ag

  2. Die Adresse deines Blogs habe ich von deiner Mutter bekommen, mit der ich öfters Briefe austausche. Du bist eine fleißige und interessante Schreiberin. Wir waren 1996 in Kapstadt im Rahmen einer vierwöchigen Afrikarundreise mit Rotel Tours, einer Busrundreise, wo man im Anhänger schläft.Leider vergesse ich schon viele Einzelheiten. Ich wünsche dir weiterhin viel Glück und einen guten Aufenthalt.

    1. Liebe Helga,
      vielen lieben Dank für deine Nachricht! Ich höre immer wieder gerne von Mama, was sich bei euch so tut und wie es euch geht. Freut mich auf jeden Fall sehr, dass du gerne meinen Blog besuchst und somit wieder ein bisschen Südafrika-Erinnerungen auffrischen kannst. 1996… das muss damals eine wahnsinnig spannende Zeit gewesen sein. Darüber würde ich gerne mehr erfahren! Liebe Grüße an dich und Familie! Agnes

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