Schinkenfrei as schinkenfrei can be – Kann denn Schinken Suende sein?

Mittlerweile bin ich so aufgeweicht, dass es schon eine Schwierigkeit darstellt, mich aus der Haengematte zu rollen. Aehnlich einem Slimey faellt es mir schwer meine gesamte Koerpermasze zusammenzuhalten, ohne zwischen den Haengemattenseilen durchzurinnen. Daher hange ich seit der Umstellung auf die Kizhi-Anwendung (ich bin immer noch in der Entgiftungsphase) (zwangslaeufig) schaukelnd, doesend und/oder lesend drin rum, schau mir den – derzeit – bewoelkten Himmel an und bin voellig ueberrascht, dass auch auf diese Weise die Tage wie im Flug vergehen koennen.

Meine neueste Entdeckung aus der hauseigenen library ist ein 700 Seiten starker Schinken mit dem Titel “Tanz der Götter”  von Vikram Chandra. Damit bin ich wohl eine Weile beschaeftigt.

Hoppla, hab ich grad was von Schinken geschrieben?!?!? Oh Gott, Schinken! Kuerbiskernschinken, Honigschinken, Wellnessschinken, Gewuerzschinken, ja selbst fuer Toastschinken wuerde ich MORDEN!!!!

Themenwechsel! Schnell!
Zeit meinen Blog auch mal mit ein bisschen Historischem zu wuerzen, immerhin residiere ich die ganzen 4 Wochen im Zamorin’s Ayurvedic Health Retreat, einem Anwesen, das auch heute noch im Besitz der sehr betuchten Nachkommen der so genannten Zamorins ist. Zamorins? Eine vor Jahrhunderten aeuszerst wohlhabende Machthaberfamilie in Kerala. Als Vasco da Gama 1498 endlich indischen Boden betreten hat, war aber deren Herrschaft ueber die Region bald Geschichte: Nachdem andere, groeszere europaeische Handelsnationen den Reichtum Keralas (Gewuerze, Gewuerze, Gewuerze!) bald fuer sich erkannt hatten, wurde Portugal als bisheriger friedlicher Handelspartner “abgeloest” und somit auch das Ende der Zamorins-Herrschaft eingelaeutet.

Worauf ich aber eigentlich hinaus will: Die beiden sehr herrschaftlichen Haeuser (vielleicht am ehesten als eine Mischung aus spanischer Finca und britischem Landhaus zu beschreiben), in welchen die Gaestezimmer, das Speisezimmer, die Kueche, die Treatmentraeume und auch die Unterkuenfte der Angestellten untergebracht sind, machen fuer indische Verhaeltnisse – und das KANN ich mittlerweile beurteilen! – ordentlich was her. Als mich der Fahrer hier bei meiner Ankunft mitten in der Nacht abgesetzt hat, war mir in dieser Palmenhain-Einoede schon etwas mulmig zumute, aber bei Tageslicht war ich positiv ueberrascht. Irgendwie gediegen, wenn auch nicht modern. Und wie die Webseite auch nicht zuviel versprochen hat: “An experience in Ayurvedic healing””

Nun leitet Babu als Manager dieses Health Resort, als “guiding light” gilt jedoch Amma, die 83-jaehrige Hausherrin, Schwiegertochter eines Zamorins-Nachkommens. Die indische Lady, in ihrem Leben viel herumgekommen, lebt hier nun ein ruhiges Leben, nimmt gemeinsam mit den Ayurvedagaesten ihre Mahlzeiten ein und ist immer fuer Geschichten rund um die Zamorins und/oder Kerala gut. Schon ein bisschen schwerhoerig faellt es ihr nicht immer leicht allen Themen gleich zu folgen, und so muss man ihr manche Fragen dreimal stellen. Besonders geruehrt bin ich immer, wenn sie uns Gaeste um “permission” bittet, den Tisch verlassen zu duerfen, sobald sie ihr Mahl beendet hat. Maurice erlaubt sich des oefteren einen Spasz mit ihr, so hat er sie letztens gefragt, ob er den Elefanten, den er kaufen will (eigentlich ging es um einen Tata Nano bzw um einen Ambassador) bis zu seiner Abreise hier auf Zamorins unterstellen koenne. Amma, kurzfristig mal ein klein wenig nervoes, konnte aber doch Contenance wahren: “I think you are joking, cause I’m old!”

Jedenfalls hat sie’s einfach paradiesisch hier: Ananas, Bananen, Cashew-, Kokosnuesse sowie Jackfruits wachsen ihr quasi vom Garten in den Mund. Womit ich wieder beim Essen angelangt waere: Unsere Tischrunde und somit auch die Auslastung der Betten ist ab morgen mit einer polnischen dreikoepfigen Familie komplett. Zwei Ladys aus Delhi sowie eine Groszmutter plus Enkelin aus Kuwait sind in den vergangenen Tage angekommen. Taeglich zum Dinner besucht uns auch der von mir “da Gama” getaufte Gecko und stiert kopfueber von der Decke haengend mit seinen Glupschaugen auf unser Essen… ich hoffe er faellt nicht runter, dann ists naemlich nimmer ayurvedisch… die Nahrungskette waere damit aber wieder hergestellt: You know, Geckos fressen Moskitos — Moskitos fressen mich — und ich esse…?!?
… S-C-H-I-N-K-E-N!!! Oh Gott, was wuerde ich momentan nur fuer EIN EINZIGES Blatt Schinken geben!!!!

2 comments on “Schinkenfrei as schinkenfrei can be – Kann denn Schinken Suende sein?

  1. Agi-Baby! Schinken wird überbewertet 😉
    ich faste ab Aschermittwoch auch – ab dann gilt: geteiltes Leid ist doppeltes leid :-)))
    Hab dich lieb und denk viel an dich – vermissen tu ich dich sowieso…
    bussi

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