Doing nothing

(Dienstag)  – Ich gehe gedanklich nochmal zurueck ins Vinales-Tal bzw. nach Havanna (Wochenendprogramm): Auf einem der “Mogotes” (“gruene Kegelkarstfelsen, die man Elefantenbuckel getauft hat” (Reisefuehrer)) wurde in den 60er Jahren auf einer 120 Meter hohen Felswand eine riesige Wandmalerei geschaffen (Dos Hermanas Tal). Nicht schlecht. Es zeigt die Entwicklung des Homo Sapiens – und das in drei Schritten. Kurz und gut. Die gesamte Bergkulisse war wieder mal superschoen.

Erschoepft gehts retour nach Havanna, wo Gilles bereits auf mich wartet, um mit mir ein letztes Abendessen zu genieszen.

Apropos Havanna: Der Samstagnachmittag ist nicht ganz so ruhig verlaufen, wie ich das eigentlich vorgehabt haette. Gemeinsam mit einem local guide bin ich durch die Innenstadt strawanzt (Plaza de la Catedral, Plaza de Armas, Plaza de San Francisco d’Asis, Camera Oscura am Plaza Vieja, Rummuseum etc.). Abends hat er mich dann ins “real Cuba” eingeladen. Wir essen bei seiner Familie, und ich bekomme tatsaechlich einen Eindruck davon, wie es hier wirklich laeuft – und das obwohl ich wenig/nichts verstehe. Kein Spanisch verstehe, Kuba nicht verstehe, generell verloren bin.

Die Reise ist im Rueckblick betrachtet eine der verstoerendsten, herausfordernsten, aber gleichzeitig tollsten, die ich jemals gemacht habe.

Havanna fordert mich aber trotz seiner Einzigartigkeit sehr. Ich sehne mich nach Ruhe und Entspannung und beschliesze daher fuer die verbleibenden paar Tage in einem All-inclusive-Club in Varadero abzusteigen. Ja, richtig gelesen! Ich will mich um nix mehr kuemmern, will essen und trinken, ohne mir stressig Restaurants oder Bars suchen zu muessen, will meine Braeune auf die Spitze treiben.

Ein bisschen widerwillig lasse ich mir daher ein Plastikbaendchen ums Handgelenk binden. Die naechsten 2 1/2 Tage bekomme ich all meine Getraenke ausschlieszlich in Plastikbechern serviert. Ich agiere – Gilles wuerde lachen – den Essenszeiten entsprechend wie der Pawlowsche Hund.

Der Club befindet sich uebrigens am oestlichen Ende der Halbinsel, auf der Varadero liegt. Erst jetzt kann ich behaupten, Varadero, wo ich meine Reise gestartet habe, komplett zu kennen.

Als ich Montagmittag ankomme, fuehle ich mich ein wenig fehl am Platz, und die Orientierung innerhalb des Ressorts faellt mir schwerer als drauszen im “real Cuba”. Aber egal, auch das gehoert zu Kuba – oder zumindest zu Varadero. Hier raste ich mich bis zu meinem Abflug aus und mache nichts mehr. Yeah!

Zwar schreckt mich das Entertainment- und Animationsprogramm sehr, aber ich kann dem auch gut aus dem Weg gehen. Der (20 km lange) Strand ist fein(sandig), und ich beobachte von meiner Liege aus Moewen und Pelikane beim Fischefangen, doese und lese. Nothing else.

Cu soon! Ich freu mich schon sehr auf euch alle, eure Agi!

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