Ohne Gepäck, aber “wohl erschöpft” angekommen

Sonntag, Arugam Bay (Ortszeit 19:02 Uhr): Ich bin da! Eh schon seit gestern Nachmittag, dennoch war die Anreise ein kleiner Horror. Weil ich schon vorgewarnt wurde, habe ich auf den public Bus verzichtet und bin von Colombo Airport per Taxi auf die andere Seite der Insel gefahren. Erste Eindrücke von der Landschaft während der Fahrt: Grün, grün, grün. Üppig grün! Es regnet immer wieder kurz, und all das Grün glänzt und schimmert. Dunstig und heiß ist es, aber darauf war ich eingestellt. Tropisch. Arugam Bay, mein Ziel, ist ca. 320 km vom Flughafen entfernt. Das Taxi braucht dafür 8 Stunden. Wir passieren Dörfer, fahren über Berge, hupen uns so von West nach Ost an Tuk Tuks, Rädern, Lastern, Mopeds und Menschen und Hunden vorbei. Also, wird mein Sitz umgelegt, und ich nicke währenddessen immer wieder ein. Immer wenn ich aus meinem Halbschlaf erwache und aus dem Fenster schaue, traue ich mich fast gar nicht zu fragen, wie lang wir noch brauchen – aus Angst vor der Antwort.

Weil mein Flug von Düsseldorf kommend 1 Stunde Verspätung hatte, bin ich auch in Abu Dhabi länger als gewollt hängen geblieben, und habe letztlich in Colombo – noch zuversichtlich – ungefähr 1 1/2 Stunden auf mein Gepäck gewartet. Gekommen ist nix. SHIT! Was tun? Formalitäten erledigen, und endlich aus diesem Airport rauskommen, ist das einzige, was ich will.

Der Driver hat die ganze Zeit auf mich gewartet. Cool, erste Bitte an ihn: Wasser, Wasser, Wasser. Und das bekomm ich auch. Nach der ersten Stunde halten wir bei einem Straßenstand, und ich trinke meine erste Kokosnuss. Offenbar ein Familienunternehmen. Erst winken mir fünf Kids entgegen, dann bringt die Oma noch zwei weitere, noch Kleinere auf ihrem Arm. Sie verabschieden mich alle mit Winken und Zwinkern. Zurück zur Kokosnuss, ein erfrischender und supergesunder Saft. Den brauch ich nach all dieser Aufregung. Ihre Schale ist orange. Ich bin in meinem Land. Meine beiden Lieblingsfarben sind einfach überall! Grün und orange! Mein fehlender Rucksack, der wieder Mal ohne mich durch die Weltgeschichte gondelt, ist übrigens auch orange. Wurscht, Agi, alles schon gehabt, alles schon erlebt.

Zumindest bin ich “wohl erschöpft”, wie Astrid mir’s gewünscht hat, hier angekommen.

“Empfangen” wurde ich auch recht freundlich von einem Menschen, der mit seiner Kobra im Korb durch die Herbergen und Gästehäuser zieht. Aaaaah-ngst!

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