Heritage Day – Ein Nachmittag an der V&A Waterfront

Der Samstag startet diese Woche bereits früh. In der Schule steht der “Fresher’s Day” am Programm. Am heutigen “Heritage Day” (seit 1995 Feiertag in SA) werden dort alle möglichen Freizeitaktivitäten, die man in/rund um Kapstadt und überhaupt in ganz Südafrika erleben und ausüben kann, vorgestellt: Paragliding, mehrtägige Safari-Touren, Sandboarding (ja, das muss irgendwann sein!), Ausflüge in die Winelands und zum Kap der Guten Hoffnung, Walks durch die Townships, Shark Cage Diving, Fahrten durch diverse Nationalparks und über The Garden Route, Whale Watching und und und. Ich bin geplättet. Ich weiß, dass es eine Menge Angebot gibt, aber das hier überfordert mich und meine Zeitplanung. Werden neun Monate für ALL diese Aktivitäten ausreichen? Zumal es ja dann auch abends immer wieder Unternehmungen gibt, die von Jason, dem EF Activity Manager hier vor Ort, mal spontan, mal länger vorbereitet organisiert werden. Erst gestern Abend war ich beim Cape-Derby im für die Fußball-WM 2010 neu errichteten Cape Town Stadium zwischen Cape Town City FC und Ajax Cape Town (1:0). Und zusätzlich, wie wir “AYs” (Academic Year-Studentinnen und Studenten) an diesem Samstagvormittag erfahren, haben wir gemeinsam ein Projekt vorzubereiten, das am 15. Dezember (vor den Weihnachtsferien also) präsentiert werden soll.

Ok, das wird eine ziemliche Hacke.

Meine Phone-Troubles hab ich übrigens immer noch nicht gelöst. Irgendwie sträube ich mich dagegen, mir ein Billig-Phone zu kaufen, weil ich weder mit zwei Telefonen herumrennen will noch weil ich meine meist genutzten Apps auf dem Zweitgerät nicht verwenden kann. Das ärgert mich. Der österreichische Provider meiner Wahl bietet mir, um das Telefon entsperren zu lassen, leider keine andere Möglichkeit außer persönlich (mit Rechnung des Gerätes!) in einen Shop zu kommen. Naja, darüber könnte ich mich wahrscheinlich noch wochenlang ärgern, was mir aber relativ wenig bringt. Ich brauche hier und möglichst bald eine Lösung.

Zurück zum “Heritage Day”. Wegen der Telefonsache eher gefrustet, plane ich, mir mein Geburtstagsgeschenk für HEUTE, also vier Tage vor dem eigentlichen Tag, zu kaufen. Es zieht mich wieder in das riesige Victoria Wharf Shopping Centre an der Waterfront, wo es echt alles zu kaufen gibt, was man sich nur vorstellen kann. Rund um den Einkaufstempel hat sich so eine Art Vergnügungspark und Lokalszene entwickelt. Die Sonne scheint, der Table Mountain ist heute allerdings in einen Mix aus dichter Nebeldecke und Wolken gehüllt. Das erste Mal, das ich ihn nicht komplett freigelegt und unter blauem Himmel sehe. Egal, ich kann ihn mir auch ohne Sicht gut vorstellen; dieser Berg begeistert mich. Die Waterfront gilt dank ihrer perfekten Hafen-Kulisse nicht für Touristen, sondern auch für Schausteller aller Art (engl. Buskers) als Anziehungspunkt. Das”Heritage Day”-Programm wartet mit afrikanischen Tanzgruppen, Chören, Musikern, aber auch Seilspringern auf. Zu sehen gibt es genug. Mich zieht es sogar ein bisschen weiter in die “Ship Repair Area”, wo gerade riesige Frachtschiffe in Arbeit sind. Das ganze Areal, das sieht man, ist voll von Bauarbeitern, überall sind Baustellen, und man merkt, dass hier etwas Gewaltiges entsteht. Das Gebiet rund um den Hafen zählt zu den teuersten/beliebtesten von ganz Kapstadt. Der Ausbau geht also dementsprechend voran.

Tja, was mein neues Zuhause betrifft, muss ich leider sagen: Ich bin immer noch wahnsinnig unorganisiert. Die Tage vergehen, wie im Flug. Die Zeit, die ich in der Schule verbringe, ist gar nicht so wenig, und vom Rest des Tages bleibt in dieser Eingewöhnungsphase kaum etwas übrig. Aber mal ehrlich, man muss sich hier ja auch umschauen, muss raus gehen, muss sich akklimatisieren. Mario, mein Mitbewohner, zeigt mir abends gleich bei uns ums Eck in der Bree Street zwei nette Lokale. Ab sofort zählt “Devil’s Peak”-Bier zu meinen Favoriten.

2 comments on “Heritage Day – Ein Nachmittag an der V&A Waterfront

  1. Liebe Agnes,
    auch wenn ich nicht dauernd schreibe, so genieße ich deine Kommentare zu deinem Aufenthalt sehr.
    Erstens weil mich vieles an unsere Reise vor 12!!! Jahren erinnert und weil es auch interessant ist, was du alles erlebst. Dass du mit den jungen Menschen nicht mehr allzuviel anfangen kannst, ist der normale Lauf der Dinge. Daher finde ich es gut, dass deine Host Mum und der Mitbewohner in deinem Alter sind, da ergeben sich sicher angenehme Möglichkeiten.
    Übrigens, der Tafelberg hat es wirklich in sich, was den Nebel betrifft, Einer unserer Gruppe hat sich damals verirrt, weil der Nebel so plötzlich eingefallen ist und er alleine unterwegs war und auch kein Handy mit hatte.
    Das mit deinem Telefon ist wirklich lästig, aber es wird sich sicher eine Lösung finden und es gibt eben glücklicherweise auch andere Möglichkeiten der Kommunikation.
    Übrigens war ich mit Christian in der “Schönen Perle” und wir haben die Susi Torte gegessen. Super Tipp! Die ist wirklich eine Wucht.
    Da ich mir deinen Geburtstag ja normalerweise nicht merke und dir daher nie gratuliere, so nütze ich die Chance und hoffe, dass ich es richtig gelesen habe, dass es der 28.09. ist. Also herzliche Gartulation und feiere ordentlich!
    Weiterhin eine tolle Zeit und alles Liebe
    Ilona

    1. Liebe Ilona,
      fast :-), was den Geburtstag betrifft. Es ist/war der 27.! 🙂 Gestern war ich übrigens im West Coast National Park, Zebras, Schildkröten, Springboks, Flamingos, alles inklusive – sooo toll! Und alles blüht grade! So ein frühlingshafter Geburtstag hat schon was! 🙂
      Liebe Grüße
      Agnes

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