Sommervorgeschmack

So, nachdem mein letzter Blogbeitrag offensichtlich einige Wellen geschlagen hat, melde ich mich so schnell wie möglich wieder zu Wort: Vielen Dank euch allen, die ihr mir mit euren Worten Trost und Zuspruch gespendet habt! Momentan läuft tatsächlich nicht alles so toll, wie es soll(te). Ich bin aber wohl auf, und bitte keine Sorgen eurerseits! I’m fine!

Es passiert gerade viel in Kapstadt. Ich finde mich – wenn auch langsam – immer besser hier zurecht, wenn es auch Dinge gibt, die mich nach wie vor komplett überfordern. Heute beispielsweise habe ich erfahren, dass ich umziehen muss. Meine Host Family wird ihre Aufgabe als solche zurücklegen, weil es innerfamiliär notwendig geworden ist. Mario, mein spanischer “WG-Kollege”, und ich werden uns also demnächst in anderen Unterkünften einfinden. EF / Education First ist aber sehr dahinter, und auch ich bin zuversichtlich, dass alles gut klappt. Um die Familie wird’s mir sehr leid tun, denn die Kids waren – zwar laut, aber – lieb, die Großeltern immer für Scherze zu haben, obendrein gute Köche und die Lage des Hauses ein Traum. Mitten in Bo-Kaap, dem bunten Kapstadt, das man aus den Reiseunterlagen kennt. Zu Fuß war ich immer nur gerade mal eine Viertelstunde in die Schule unterwegs. Ich bin gespannt, wie das in Zukunft aussehen wird.

Den heutigen Schultag hab ich ganz okay hinter mich gebracht. Zwar konnte ich mit meiner “Sissi”-Präsentation niemanden hinterm Ofen hervorlocken – was kann Sissi schon gegen “The Life of Pi”, “Das Dschungelbuch” (anno 2016), “Saving Private Ryan” oder “Deadpool” ausrichten? -, dennoch bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Angespornt von diesem Resultat in Tallulahs Klasse spreche ich nach der heutigen (“Ich versteh nur Bahnhof!”-)”Acadamic Skills”-Einheit mit Lee und erkläre ihr, dass ich eigentlich keinen Schimmer habe, warum ich in ihrer Prüfungsvorbereitung gelandet bin. Schließlich werde ich in der nächsten Zeit kein TOEFL-, IELTS- oder Cambridge-Examen ablegen. Wir verbleiben so, dass ich trotzdem mal weitermache und mich in den nächsten Wochen, bis zum nächsten Level-Test, bei Unklarheiten an sie wenden kann. So weit, so gut.

Am Nachmittag sitze ich schließlich im MyCiTi-Linienbus Nummer 107 Richtung Camps Bay, um dort ein bissl Sonne zu tanken. Der heutige Frühlingstag gibt mir mit 30 Grad einen etwas beängstigenden Vorgeschmack auf den Sommer. Hm, dabei bin ich doch genau des Sommers wegen hier. Was will ich eigentlich mehr?!

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