Containing oil

Tag 3 am Chamundi Hill: Ich öle mich so dahin. Am liebsten wäre mir eine Art Rutschbahn, auf der man mich zu den – für mich aktuell am – wichtigsten Stationen des Hauses schiebt: Terrasse (Mahlzeiten), Prayer Hall (Yoga), Treatment-Haus (ayurvedische Behandlungen) und mein Zimmer (Bett).

Auf den heutigen “Spaziergang” runter ins Dorf hab ich gepfiffen; genau genommen hab ich verschlafen, auch egal. Dann halt morgen. Mein Tag beginnt heute um 08:30 Uhr mit einer Yoga-Einheit, die mich halbwegs munter macht.
Gleich danach werde ich von einer meiner Masseurinnen abgeholt, mit Medizin versorgt und fürs Abhyanga, eine sanfte, synchrone Ganzkörper-Ölmassage, vorbereitet. Meine beiden jungen Ladys sind so gut aufeinander abgestimmt, dass das eine Händepaar immer weiß was das andere tut. Ich bin ganz begeistert. Und so rutsche[n sie m]ich auf dem Massagetisch vom Rücken auf die Seite auf den Bauch wieder auf die Seite. Bei jedem Wechsel tippt mich eine der beiden ehrfürchtig an, weil ich wieder weggedämmert bin. Ich halte meine Augen eigentlich kaum mehr irgendwo offen, aber ich glaube, das muss so sein, schließlich bin ich ja zur Entspannung bzw. zum
“[Rielexing]” hier.

Phase 1 der Panchakarma-Kur macht sich also ordentlich bemerkbar. Meine Mitkurenden, die alle schon ein wenig länger hier sind, berichten mir bei den gemeinsamen Mahlzeiten, was mich noch alles erwartet. Ich kann’s kaum erwarten. Besonders auf den Stirnguss, vor dem ich höchsten Respekt, wenn nicht sogar Angst habe, bin ich gespannt. Angeblich wird er hier mit kalter Milch ausgeführt. Aber mal sehen, was mir blüht. Man darf nicht vergessen, dass die Behandlungen auf die körpereigene Konstitution abgestimmt sind. Was ich dann aber auch wieder nicht haben muss, ist das mit Johgurt gefüllte Bananenblatt, das einem wie eine Art Helm auf den Kopf gesetzt wird. Luke, der auserwählte Träger des Helms, weiß, dass er merkwürdig damit aussieht, nimmt’s aber mit Humor und behauptet, dass diese “Behandlung” sicher als Rache der Inder an den Touristen wegen der Besatzungszeiten zu sehen ist.

Derzeit sind wir eine kleine Gruppe von acht Personen, maximal zwölf können im Palace unterkommen und ayurvedisiert werden. Find ich sehr nett, diesen kleinen, überschaubaren Rahmen, vor allem, weil man mit allen ins Gespräch kommt und jede/r schnell eine Funktion inne hat: Maria hat etwa alle Zutaten für sämtliche Rezepte zusammengeschrieben, die ich abfotografiert und in die Runde gemailt habe. Mehr hätte ich vermutlich nicht geschafft oder wäre dabei eingepennt. Der Chinese (Name?) macht täglich Qi Gong mit uns, und Luke ist der Schokoladen-Dealer in der Runde. Bei letzterem war ich bis dato noch nicht, aber ich halte mir diese Chance natürlich offen.

So! Meine nächste Behandlung steht am Programm. Warme Wassergüsse. Ich muss nachlesen, was die bewirken.

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